Die Geschichte der A. Paul Weber-Gesellschaft
Die A. Paul Weber-Gesellschaft wurde am 27. August 1974 in Ratzeburg gegründet. Ein Jahr zuvor war auf der Domhalbinsel im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann das A. Paul Weber-Museum eröffnet worden. Im Vorfeld hatte der Kreis Herzogtum Lauenburg mit A. Paul Weber vereinbart, seinen künstlerischen Nachlass zu erwerben und auszustellen und die Verantwortung für dieses Lebenswerk in die Hände einer eigens zu diesem Zweck gegründeten Gesellschaft zu legen. Schon zu Gründungszeiten kamen die Mitglieder der Gesellschaft keineswegs nur aus dem näheren geographischen Umfeld des Museums, sondern repräsentierten Webers überregionale Bedeutung: Der erste Geschäftsführer (1974-1991) war Günther Nicolin aus Bonn-Königswinter, ein enger Vertrauter Webers sowie sein Biograph, der neben dem damaligen Landrat Dr. Klaus Prößdorf wesentlich an der Gründung der Gesellschaft beteiligt war. Der erste Vorsitzende (1974-1977) der A. Paul Weber-Gesellschaft war Prof. Dr. Otto Monsheimer aus Johannisberg.
1981, im Todesjahr A. Paul Webers, zählte die Gesellschaft bereits über 500 Mitglieder. In den folgenden Jahren bemühte sich die Gesellschaft um einen Kontakt über die innerdeutsche Grenze hinweg mit Arnstadt, Webers Geburtsort, und dem dortigen Schlossmuseum. Erfreulicherweise wurde dieser in den vergangenen Jahren ein wenig zum Erliegen gekommene Kontakt in der letzten Zeit wiederbelebt, unter anderem durch gegenseitige Besuche im Schlossmuseum und im A. Paul Weber-Museum.
Unter Museumsleiter Dr. Klaus Dorsch wurde ab 1985 die Zusammenarbeit zwischen Museum und Gesellschaft intensiviert, unter anderem durch gemeinsame geplante Ausstellungen und Publikationen sowie Veranstaltungen wie zum Beispiel Lesungen und Theateraufführungen im Museum. Außerdem machte man sich in den 1980er Jahren Gedanken um die Zukunft von Webers Wohnhaus in Groß Schretstaken. Aus finanziellen Gründen kam ein Kauf nicht infrage, das Haus wurde 1998 von einem privaten Käufer erworben. Die Innenausstattung jedoch befindet sich heute in einem eigens dafür eingerichteten Depot im A. Paul Weber-Museum.
1990 ermöglichte der Mauerfall die erste Vorstandssitzung der A. Paul Weber-Gesellschaft in Arnstadt. Die Kontakte zum dortigen Schlossmuseum wurden intensiviert. Außerdem gab die Gesellschaft eine Gedenktafel in Auftrag, die 1993 anlässlich des 100. Geburtstags Webers an seinem Geburtshaus eingeweiht wurde. In Ratzeburg wurde anlässlich des Jubiläumsjahrs ein "A. Paul Weber-Förderpreis für Karikatur & Kritische Graphik" ins Leben gerufen, der alle zwei Jahre verliehen werden sollte. Erste Preisträgerin war Anja Mörke aus Hamburg.
Einen Einschnitt gab es 1995 für den Druck der Jahresgaben: Bisher hatte Christian Weber, A. Paul Webers ältester Sohn, die Lithographien gedruckt. Da er aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht mehr in der Lage war, übernahm der Graphiker Peter Loeding aus Hamburg diese Aufgabe. Heute druckt seine Frau, die Künstlerin und Professorin Ellen Sturm-Loeding, die Jahresgaben.
Aktuell zählt die A. Paul Weber-Gesellschaft rund 580 Mitglieder. Seit 2007 ist Dr. Helmut Brüggmann aus Sahms 1. Vorsitzender der Gesellschaft. 2024 wurde er für sein langjähriges Wirken im Sinne der Gesellschaft mit der Weber-Plakette geehrt.